Rückblick auf den IBM Sterling Supply Chain Summit 2019: Mehr Vernetzung, mehr Intelligenz, mehr Effizienz

Viele Unternehmen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre immer komplexer werdende Lieferkette zu transformieren – hin zu mehr Transparenz, Dynamik und Echtzeit-Transaktionen. Wertvolle Anregungen dazu gab es vor Kurzem im Watson IoT Center, wo IBM zum IBM Sterling Supply Chain Summit 2019 geladen hatte. Hoch über dem Englischen Garten mit atemberaubendem Blick auf die Alpen tauchten Referenten und Anwender tief ein in die Technologien, die die Supply Chain heute verwandeln.

Globale Lieferketten: Es bleibt komplex – aber es gibt Lösungen

In den kommenden Jahren wird der Einsatz von Technologie im Bereich der Lieferketten weiter wachsen. So geben beispielsweise 85% der Führungskräfte im Einzelhandel an, bis 2021 intelligente Automation in der Lieferkettenplanung oder Bedarfsprognose einzusetzen. Mit dieser und anderen Zahlen zum Fortschreiten der Digitalisierung in der Branche eröffnete Jeanette Barlow, VP Strategy & Offering Management, IBM Sterling, ihre Keynote zum Thema: Architecting for success: Your path to an intelligent, self-correcting supply chain. Als derzeit vorherrschende Herausforderung für die Supply Chain identifiziert sie die bleibende Komplexität der Vorgänge.

Als Antwort auf komplexe Verfahren bietet sich die intelligente, selbstkorrigierende Supply Chain an. Eine technologische Lösung für diesen Bedarf bot die Sprecherin mit der IBM Sterling Supply Chain Suite. Dabei handelt es sich um eine offene und integrierte Plattform, in die KI und Blockchain-Technologien eingebettet sind. Einzelne Bausteine der Suite wurde im Verlauf des Summits genauer in den Fokus gerückt. Zudem illustrierte Jeanette Barlow an einer Fülle von Kundenbeispielen, wie IBM Sterling in der Praxis für Erfolge in der Supply Chain sorgt. Am Beispiel von IKEA zeigte sie, wie die Lösung die verschiedenen Schritte von der Produktidee bis hin zum Konsumenten optimieren kann.

Frisch aus der Praxis

Vor welchen konkreten Schwierigkeiten in der Supply Chain steht ein Unternehmen und welche unterschiedlichen Maßnahmen kann es ergreifen? Unter dem Titel Trends, Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen in der Supply Chain zeigte Dr. Filippos Siakavaras, Leiter der Abteilung Purchaising und Supply Chain der Veritas AG, aktuelle Beispiele aus der Veritas AG. Robotik, vernetzte Mobilität und Cloud-Ökosysteme stellte er neben anderen Aspekten als relevante Entwicklungen der Gegenwart vor. Allerdings entstehen durch diese Trends auch neue Herausforderungen. So schilderte Dr. Siakavaras, wie eine multipolare Weltordnung im Kontext von Brexit und Handelsdisputen zu größerem Aufwand bei der Verzollung und zu einer längeren LEAD Time führen kann.

Vorteile für die Veritas AG durch Supply Chain-Lösungen bestanden vor allem in einem verbesserten Transaktionsfluss, einer Sicherung der Lieferkette, der Sicherstellung einer integralen Rückverfolgbarkeit und einer verbesserten Reaktivität. Auf reges Interesse stieß dabei beispielsweise die Machbarkeitsstudie und deren Ergebnisse, die Veritas in Zusammenhang mit Blockchain durchführte: Sein Team konnte nachweisen, dass sich die  Validierungszeiten für Transaktionen zwischen Parteien mit Hilfe der Technologie verkürzen und sich Bestand und Verfügbarkeiten im Prozess besser überwachen ließen. Außerdem stellt die Blockchain eine integrale Rückverfolgbarkeit sicher. Zudem ermöglicht sie manipulationssicheres Tracking & Tracing über den gesamten Prozess und schnellere Reaktionen aufgrund schnellerer Fehlererkennungen.

Die rote Linie definieren

Wer bin ich? Und wo möchte ich hin? Diese Fragen sind entscheidend bei der Entwicklung einer individuellen Lieferkettenstrategie. Um zu klären, wie man das gesetzte Ziel erreichen möchte, braucht es auch bei der Supply Chain einen Plan für die Transformation. Vierte und letzte entscheidende Frage ist laut Carsten Hiemsch, Associate Partner, Global Business Services, Practice Leader Blockchain DACH, welcher Zeitrahmen und welches Budget zur Verfügung stehen, da davon der Fahrplan abhängt.

In seiner Präsentation From Strategy, via Transformation to a Cognitive Supply Chain hangelte sichHiemsch an diesen Fragen entlang zu einem umfassenden Supply Chain Management Ansatz. Nach seinem Motto “Der Plan ersetzt den Zufall durch den Irrtum” illustriert er Lösungsansätze durch die Bewertung des Reifegrads von Supply Chain Management sowie die Möglichkeiten des IBM Industry Models.

Anschauliches Beispiel aus der Ersatzteillogistik

Wie IBM Sterling auch andere Unternehmen zu innovativen Ideen inspirieren kann, zeigte der Beitrag Logistics Orchestrator – Warum DB Schenker die Ersatzteillogistik revolutioniert von Mark Tiede, Business Development, Global Contract Logistics bei DB Schenker. Das Unternehmen hat auf Basis von IBM Order Management eine Lösung für das Ersatzteilmanagement entwickelt – den DB Schenker Logistics Orchestrator.

Anhand von zwei Beispielen aus dem Bereich Ersatzteillogistik zeigte Mark Tiede, wie die Lösung für mehr Transparenz, Effizienz und Automatisierung sorgt. Höhere Kundenzufriedenheit und sinkende Kosten für Bestand und Transport sind die Folge.

KI in der Supply Chain – ein spannender Erfahrungsbericht

Der Weg der digitalen Transformation führt von einer harmonisierten über eine transparente bis hin zu einer kognitiven Lieferkette. Um die letztgenannte Station zu erreichen, müssen die Management Lösungen exponentiell lernen. Diesem Thema widmete sich Matthias Gräfe, Director of Global Supply Chain Transformation, IBM Systems. Sein Expertenvortrag trug den Titel Wenn Maschinen Menschen in der globalen Supply-Chain-Transformation begegnen: Erkenntnisse aus der Implementierung von KI und Analytik für eine bessere Entscheidungsfindung.

Sehr anschaulich demonstrierte der Supply Chain-Experte, dass die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine entscheidend ist, da sie gemeinsam stets bessere Ergebnisse hervorbringen als Mensch oder Maschine alleine. Er stellte die vier entscheidenden Phasen der KI-Implementierung vor, die von Phase 1 Identify & Altert über Phase 2 Analyze & Understand und Phase 3 Interact & Resolve bis Phase 4 Learn & Predict reicht. Deutlich wurde in dem Vortrag, dass der Aufwand für die KI-Implementierung nicht zu unterschätzen ist, die Resultate dafür aber sehr vielversprechend sind. So schloss er mit dem Appell des ehemaligen Schachweltmeisters Garri Karsparow: Don’t fear intelligent machines. Work with them!

IBM Sterling – Vorstellung einzelner Bausteine

Im letzten Abschnitt des Summits drehte sich alles um die neue IBM Sterling Supply Chain Suite. Vier IBM-Experten stellten die verschiedenen Aspekte der Lösung vor. Den Anfang machte Jörg Geilgens, Manager TechSales DACH von IBM Sterling, und ging auf das Supply Chain Business Network ein. Dies stellt den Sockel einer integrierten und intelligenten Lieferkette dar. Kommunikation mit allen involvierten Stellen, eine einfache Handhabung, um agil und flexibel zu sein, und ein Tool für die Sichtbarmachung von Transaktionsdaten liegen im Fokus dieser Stufe. Entscheidend ist hierbei, dass sich die Netzwerke in der vergangenen Zeit grundlegend gewandelt haben. Lineare Verbindungen reichen nicht mehr aus, sondern wurden durch ein komplexes Netz aus Netzwerken ersetzt.

Dem nächsten Schritt – den Supply Chain Intelligence Services – widmete sich Stefan Freund, Senior Office Manager bei IBM Sterling. IBM hat eine Evolution durchlaufen von unzusammenhängenden Lösungen hin zu einem Geschäftsnetzwerk mit einem zentralen InfoHub, offener Insights-Plattform und integrierten Apps. Beispiel dafür ist das Developer Hub, das zur Vernetzung über das gesamte technologische Ökosystem hinweg beiträgt.

Gerhard Peterlic, IBM Sterling Experte für Kundenlösungen, widmete sich in seinem Talk der dritten Stufe: Supply Chain Applications.  Die Anwendungen teilen sich in Lieferanten-, Bestands- und Bestellungsmanagement auf. In jedem der Teilbereiche bietet IBM Sterling mehr als eine Dienstleistung an.

Intelligenter Kontrollturm für den Supply Chain Manager

Den Abschluss bildete der Vortrag zum Supply Chain Control Tower von Eduard Erhart, Experte für Kundenlösungen von IBM Sterling. Basierend auf der Persona eines Lieferkettenmanagers wurde der Entscheidungsprozess hin zu einer intelligenten Lieferkette skizziert. So zeigte der Referent, wie der Manager mit Hilfe von IBM Sterling jederzeit einen Statusüberblick über den aktuellen Materialfluss erhält und intelligent auf Engpässe aufmerksam gemacht wird.

Auch Lösungsszenarien werden ihm im Tower aufgezeigt, die Planung wird automatisch angepasst. Die Ausführung kann ebenfalls gleich in der Lösung angestoßen werden. Schließlich kann der Lieferkettenmanager auch noch die Umsetzung überwachen und den gesamten Vorgang für das Wissensmanagement dokumentieren.

Zum Abschluss des Summits fasste Marcus Rolfes, Vertriebsleiter DACH, IBM Sterling, die Learnings des Tages zusammen und lud die Zuhörer zu vertiefenden Gesprächen über die intelligente Lieferkette ein.

Die Präsentation zur Nachlese sind hier zu finden: https://ibm.biz/BdzkPb. Weitere Information zu IBM Sterling finden Sie hier: https://www.ibm.com/supply-chain

Titelbild von Gerd Altmann from Pixabay

Kommentare sind sehr willkommen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.