Intelligente Bestandssteuerung für höhere Kundenzufriedenheit

Eine Kundin sucht in einem Schuhgeschäft ein Paar Schuhe. Wenn es diese dort nicht gibt, sehen hilfsbereite Verkäufer im Verkaufssystem nach und sagen der Kundin, in welcher Filiale es diese Schuhe noch gibt. Ein solches Szenario kennen die meisten von uns. Sobald jedoch der Omnichannel und das Zusammenspiel von verschiedenen Filialen mit dem Online-Shop ins Spiel kommt, wird es schon ein bisschen schwieriger, Kunden zügig zu helfen. Wenn ein Händler dabei versagt, hat er schnell einen Wettbewerbsnachteil: Laut einer Forrester Umfrage beziehen 43 Prozent der deutschen Verbraucher die Verfügbarkeit in ihre Kaufentscheidung ein. Mit Inventory Visibility hat IBM eine neue Lösung entwickelt, mit der Händler Bestände, Nachfrage und Verfügbarkeiten auch kanalübergreifend jederzeit im Blick haben.

Details zu dieser intelligenten Bestandssteuerung habe ich auch vor kurzem in meinem Webinar  „Supply Chain – Intelligente Bestandssteuerung erläutert. Hier dazu einige Insights:

Warum ist eine aktuelle Bestandssteuerung über Kanäle weg und entlang der Supply Chain eine solche Herausforderung? Lieferketten werden heutzutage immer komplexer und umfassender; Warenbestände sind somit über verschiedene Orte und Systeme verteilt. Schon bei einem Einzelhändler gibt es beispielsweise oft eine Filial-Software, mehrere Warehouse-Management-Systeme und ERP-Systeme. Noch komplizierter wird es, wenn zwei Unternehmen fusionieren – dann arbeiten mehrere Systeme parallel, die nicht verbunden sind. Nicht nur die Bestands-, sondern auch die Nachfrageübersicht wird immer komplexer: Heutzutage ändern sich aktuelle und erwartete Bestände permanent, weil Ware versandt wird, es Verzögerungen in der Lieferkette gibt oder Ware neu angeliefert wird. Zudem gibt es immer mehr gleichzeitige Kundennachfragen, in den Filialen und online. Diese Anfragen müssen dann über die verschiedenen Systeme zusammengebracht werden – was aktuell nur mit Verzögerung gelingt.

Zweimal pro Tag eine aktuelle Übersicht? Das ist zu wenig!

In herkömmlichen Systemen werden Informationen meist nur einige Male pro Tag aktualisiert und der Bestand neu kalkuliert. Alternativ muss an jedes System eine Anfrage gestellt werden, um den aktuellen Status herauszufinden. Bis dies geschehen ist, geht die Kundin vielleicht auch bei ihrer Online-Bestellung leer aus, nachdem sie die Lieblingsschuhe schon in der Filiale nicht erhalten hat. 

Dieses Verfahren hat viele Nachteile: In jedem Kanal ist nur eine begrenzte Bestandsübersicht verfügbar. Deshalb müssen höhere Sicherungsbestände bereitgehalten werden, um nicht „ausverkauft” zu sein. Auch können Händler nicht flexibel auf neue Kundenwünsche und größere Änderungen in der Nachfrage reagieren – zum Beispiel: mehr Gummistiefel bei Regenwetter! Generell können Aufträge aufgrund mangelnder Transparenz nicht effizient durchgeführt werden. Und das alles geht mit der Dauer ins Geld.

Deshalb wünschen sich viele Händler schon lange ein System, das jederzeit und zuverlässig die aktuellen Bestandsinformationen kennt – und zwar in Echtzeit und systemübergreifend. Das gleiche gilt für die Übersicht der Nachfrage. Es hilft schließlich wenig, wenn ein Händler genau weiß, dass er in einem Lager 1.000 Paar Schuhe hat, aber bereits 1.500 Bestellungen in einem anderen System vorliegen. Dann sind es nach Adam Riese trotzdem zu wenig Schuhe.

Mit IBM Inventory Visibility haben Händler jederzeit einen Überblick über ihre aktuellen Bestandsinformationen – in Echtzeit und systemübergreifend

Blitzschnell den vollen Überblick erhalten mit Inventory Visibility

Mit IBM Inventory Visibility gehören viele dieser Probleme der Vergangenheit an. Die neue, cloudbasierte Lösung behält immer und in Echtzeit den Überblick über den Bestand, und zwar über alle Systeme und Orte in der Suppy Chain hinweg. Inventory Visibility ist dabei hochskalierbar und gleichzeitig sehr schnell und einfach zu integrieren. Die Software-as-a Service-Lösung benötigt keine Installation und lässt sich innerhalb eines Tages in das System des Händlers oder auch anderer Branchen einbinden.

Und wie behält Inventory Visiblity jederzeit den Überblick? Das Geheimnis liegt in der IBM Cloud, einfachen Schnittstellen und der hochperformanten Datenbankinfrastruktur. Inventory Visibility arbeitet mit aktuellen Technologien wie der NoSQL-Datenbank Apache Cassandra und dem Messaging-System Apache Kafka. Durch das Zusammenspiel dieser Komponenten laufen permanent Berechnungen ab, so dass eine Echtzeit-Bestandsübersicht auch über mehrere Systeme hinweg immer möglich ist.  Und schneller geht’s kaum: In weniger als einer Sekunde sind Verfügbarkeiten aktualisiert und innerhalb von kaum 100 Millisekunden abrufbar. All das beliebig oft in parallelen Abfragen. Somit gehören auch viele Bestellsystem-Crashes der Vergangenheit an, wie sie beispielsweise einigen Online-Händlern beim am  Black Friday passieren. Auch solche „Stresstests“ besteht Inventory Visibility – und der Kunde erfährt auch am Black Friday, wo er die Schuhe im Sonderangebot bekommt.

IBM Inventory Visibility ist somit ein hilfreicher weiterer Baustein, um die Supply Chain noch enger an die Verkaufssysteme der Händler anzubinden. Dadurch können Sie den Bestand auch in Ihrem Unternehmen intelligent steuern und den Traum wahr werden lassen, ihre Kunden immer pünktlich beliefern zu können.

Richard F. Burghause, Client Solution Professional – Watson Supply Chain, IBM

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