Intelligente Lieferketten mit Blockchain und KI

Funktionierende, intelligente Lieferketten sind ein entscheidender Erfolgsfaktor in der digitalen Transformation – und sie können auch über den Erfolg oder den Misserfolg eines Unternehmens entscheiden. Was zählt, sind Schnelligkeit, ein vollständiger Überblick über komplexe Prozesse und der volle Fokus auf den Kunden. Wer dies nicht leisten kann, der hat quasi schon verloren: 40 Prozent der Fortune 500-Unternehmen werden aufgrund der digitalen Disruption in den nächsten zehn Jahren verschwinden, wie Führungskräfte in einer Studie von ChristianSteven Software vorhersagen. Wie aber können beteiligte Akteure einen solch umfassenden Überblick über komplexe, oft globale Lieferketten erreichen?

Rückrufe, Lieferverspätungen oder beschädigte Ware verursachen weltweit hohe Kosten. Diese Kosten könnten unter anderem durch eine lückenlosere Überwachung der Ware reduziert werden. Da Lieferprozesse sehr komplex sind und große Produktchargen beispielsweise auf Containerschiffen oft neu verpackt werden, ist es jedoch sehr schwierig, Produkte oder Produktkomponenten bis zum Ursprungsort zurückzuverfolgen – aber für viele Beteiligte wird genau das immer wichtiger. Deshalb sind Rückverfolgungsmodule unerlässlich, die die Produkte identifizierbar machen und vollständig mit dem Produktionssystem integriert sind.

Wenn heutzutage etwa Lebensmittel mit einem Schiffscontainer geliefert werden, dann kann der Empfänger Probleme mit der Lieferung – etwa verdorbene Ware wegen ausgefallener Kühlung – erst feststellen, wenn der Container am Bestimmungsort entladen wird. Durch die zukünftige Verwendung von sogenannten Smart Tags werden schnellere Reaktionen möglich: Wenn im Containerraum die Kühlung ausfällt, registriert dies der Temperatursensor des Smart Tags. Das System meldet diesen Vorfall sofort über eine IoT-Plattform an die Blockchain. Dieser Alarm wird mit Hilfe von Smart Contracts, die nach „Wenn-Dann-Regeln“ arbeiten, ausgelöst. Wenn die Temperatur über 7° Celsius liegt, dann erfolgt eine Meldung. Der Lieferant kann nach dieser Meldung gleich eine neue Lieferung losschicken, anstatt darauf warten zu müssen, bis die verdorbene Ware ihren Zielort erreicht hat.

Blockchain bringt Transparenz und Überblick

Blockchain-Technologie verbessert generell den Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten einer Lieferkette. Ein Shared Ledger gewährleistet dabei die Authentizität und Integrität der Daten und erhöht somit auch das Vertrauen der Akteure. Mit der IBM Lösung Business Transaction Intelligence können die Beteiligten Daten über eine Blockchain-Plattform teilen. Dadurch haben alle Akteure besseren Überblick über Transaktionen und können deren Durchführung überwachen. Business Transaction Intelligence nutzt das IBM Supply Chain Business Network (SCBN), in dem Hersteller, Lieferanten und Händler bereits vernetzt sind. Weitere Partner können mittels Self-Onboarding sehr schnell an die Blockchain angebunden werden, Teilnehmer des IBM SCBN können die bestehende Anbindung benutzen. Somit ist es möglich, die bestehenden Verbindungen für den elektronischen Datenaustausch (EDI) weiter zu nutzen, neue Partner viel einfacher als bisher anzubinden und erstmalig eine gemeinsame Visibilitätsschicht zu haben, die allen beteiligten Parteien schnellen Zugriff auf die für sie relevanten Informationen ermöglicht.

Mit intelligenten Order Management Lösungen können Einzelhändler Kundenwünsche auch kanalübergreifend schnell erfüllen

Künstliche Intelligenz im Einzelhandel

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz moderner Technologien in der Lieferkette: Der Kontakt mit dem Endkunden, beispielsweise im Einzelhandel. Hier unterstützen IBM Lösungen bei der Bestellabwicklung auch über mehrere Lagerbestände hinweg in Echtzeit. Händler mit Filialketten können etwa aus ihren Filialen heraus Bestellungen aus dem E-Commerce-Shop abwickeln.

Die Mitarbeiter managen die Lieferungen dabei mit einer App. Und zu managen gibt es einiges: Wenn beispielsweise die Urlaubszeit bevorsteht, wird ein auf Gepäck spezialisiertes Geschäft mehr Koffer und Rucksäcke bereithalten. Wenn aber dagegen Mitarbeiter krank werden und eine Filiale somit geringere Kapazitäten hat, wird die Onlinebestellung an eine andere Filiale gegeben. Mit der Lösung IBM Order Management System erhalten die Angestellten in Echtzeit Einblick in ihren unternehmensweiten Bestand und eine Unterstützung bei der Auftragserfüllung. Auch Fossil nutzt IBM Order Management, um durch das kanalübergreifende Zusammenbringen von Lagerbeständen Kunden den schnellen, nahtlosen Einkauf an verschiedenen Touchpoints zu ermöglichen. Bei der Optimierung der Auftragsdurchführung, etwa hinsichtlich der Lieferkosten oder des Lagerbestands, unterstützt Watson Order Optimizer von IBM mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.

Intelligente Lieferketten mit Künstlicher Intelligenz und Blockchain bringen erstaunliche Verbesserungen: Beispielsweise können verspätete Bestellungen um 75 Prozent reduziert werden. Auch können Akteure mit Hilfe dieser Technologien schnellere und besser informierte Entscheidungen treffen. Und solche Entscheidungen sind eine wichtige Grundlage, um in der digitalen Transformation einen Vorsprung vor der Konkurrenz zu haben.

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